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16.09.2006
Waldbrandübung im östlichen Schönbuch
Waldbrandübung im östlichen Schönbuch

von Andreas Bühler

Ein schöner Spätsommersamstag wurde jäh durch ein Gewitter im Bereich Waldenbuch / Weil im Schönbuch unterbrochen. Nur notdürftig löschte eine Schulklasse ein Feuer an einer Grillstelle, gelangte aber nicht mehr vor dem Sturm aus dem Wald und wurde teilweise durch herabfallende Äste verletzt. Der Wind fachte die nicht fachgerecht gelöscht Glut wieder an und ein Waldbrand entstand, der immer weiter um sich griff. Auch ein Jogger wurde vom Wetterumschwung überrascht und von einem fallenden Baum getroffen. Ein Waldarbeiter wollte noch rechtzeitig vor dem Gewitter nach Hause, stürzet jedoch vor Erreichen seines Fahrzeuges unglücklich in eine Klinge. Und ein Fallschirmspringer wollte auf einer freien Fläche landen, wurde aber durch den Wind abgetrieben, konnte eine große Lichtung nicht mehr ganz erreichen und verfing sich in einem Baum.

Diese Szenarien stellten sich für die Feuerwehren in der Region am 16. September. Die größte Waldbrandübung im Schönbuch seit zwanzig Jahren setzte 127 Feuerwehrleute, 27 DRK-Helfer, 4 Polizeibeamte, 2 Mitarbeiter der Ammertal-Schönbuch-Gruppe (Wasserversorung) und den Revierförster in Alarmbereitschaft. Die Freiwilligen Feuerwehren aus Böblingen, Dettenhausen, Holzgerlingen, Leonberg, Schönaich, Steinenbronn, Waldenbuch und Weil im Schönbuch sowie die Werksfeuerwehr DaimlerChrysler und das DRK aus Waldenbuch und Weil im Schönbuch und eine Feuerwehr-Führungsgruppe des Landkreises meisterten die gestellten Aufgaben, übten die überörtliche Zusammenarbeit und auch das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Hilfsorganisationen und Behörden. Hier zeigte sich auch einer der Übungserfolge, denn die Koordination lief, auch nach Aussage des Kreisbrandmeisters, sehr gut ab. Einer der Punkte, auf denen bei der Vorbereitung großen Wert gelegt wurde, hatte somit funktioniert.

Die Brandstellen waren für die Feuerwehren zunächst nur sehr schwer zu erreichen, der „Gewittersturm“ hatte zahlreiche Bäume auf den Anfahrtswegen zu Fall gebracht. Auch die Koordination auf Waldwegen barg einige „Tücken“, die im Großen und Ganzen jedoch gut gelöst werden konnten. Teilweise war eines der beiden baden-württembergischen Luftbeobachter-Flugzeuge im Einsatz und übermittelte wertvolle Daten aus der Luft an die Einsatzleitung; teilweise bediente man sich auch Lotsen oder bei der Einsatzleitung ausgegebene Karten, um die Fahrzeuge an die verschiedenen Schadensorte zu bringen.

Es wurden bei dieser Übung circa 3.000 m Schlauchleitungen verlegt und insgesamt knapp 20 „Verletzte“ aus dem Waldbrand- bzw. Übungsgebiet gerettet und betreut. Auch der Fallschirmspringer wurde von der Höhenrettungsgruppe der DaimlerChrysler Werksfeuerwehr aus seiner misslichen Lage befreit und dem DRK übergeben.

So fiel das Resümee, das im Feuerwehrhaus Waldenbuch im Anschluss an die Übung mit allen Beteiligten gezogen wurde, positiv aus.

Ein Dank an dieser Stelle nochmals an alle Einsatzkräfte für ihre Mitarbeit, der Stabstelle für Krisenmanagement und Feuerwehr im Landratsamt für ihre Unterstützung und den Übungsplanern für ihren Einsatz.

Präventionskonzept des Landes hilft gegen Waldbrände
„Glücklicherweise hat es in Baden-Württemberg in der Sommersaison 2006 keine gravierenden Wald- und Flächenbrände gegeben. Vor allem das vernünftige Handeln der Menschen aber auch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr und die wichtige Arbeit der Luftbeobachter haben mit dazu beigetragen, dass es trotz der langen Trockenheit keine großen Feuer gab.“ Das sagte Innenminister Heribert Rech am Dienstag, 19. September 2006 in Stuttgart. Das Präventivkonzept mit Warnhinweisen an die Bevölkerung und der Beobachtung gefährdeter Gebiete habe dazu beigetragen, mögliche Katastrophen zu verhindern.
Am Stützpunkt Esslingen hätten die Piloten bei fünf Bränden ihren Kollegen am Boden optimal aus der Luft assistiert. „Das Zusammenspiel zwischen den Luftbeobachtern und den Helfer am Boden funktioniert perfekt. Die Luftüberwachung hilft optimal bei der Lageerkundung und liefert der Einsatzleitung wichtige Informationen“, sagte der Innenminister. Besonders wichtig sei auch die Kooperation zwischen Feuerwehr und Polizei. Während der Trockenperiode sei auch die baden-württembergische Polizeihubschrauberstaffel verstärkt zu Aufklärungsflügen gestartet. Dabei hätten die Beamten ebenfalls drei Brände entdeckt. „Die schnelle Reaktion der Polizei und das rasche Eingreifen der Feuerwehr haben bewiesen, dass unsere Einsatzkräfte reibungslos zusammenarbeiten“, lobte Rech.

hier finden Sie Bilder zur Übung

 
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