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22.09.2011
Großschadenslagen und das Vorgehen der Polizei
Großschadenslagen und das Vorgehen der Polizei

von Andreas Bühler

Zu diesem Vortrag von Polizeidirektor Gerhard Lang, der im Rahmen der Fortbildung für Führungskräfte am 22. September durchgeführt wurde, waren auch die Führungskräfte der Feuerwehren aus Dettenhausen, Schönaich und Steinenbronn, der WSG Ritter Sport, das DRK aus Waldenbuch und Steinenbronn und vom „Netzwerk“ Frau Grafen von der Oskar-Schwenk-Schule, Frau Bayer vom Museum für Alltagskultur, Herr Dr. Grathwohl vom HAKAWERK Schloz und Herr Hoffman von der Alfred Ritter GmbH & Co. KG und Herr Schiedt vom Polizeiposten Waldenbuch der Einladung nachgekommen.

PD Gerhard Lang referierten über die Abarbeitung von Großschadenslagen durch die Polizei und die dabei entstehenden Schnittstellen zu anderen BOS-Organisationen (Behörden- und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben). Das war aus Sicht der anwesenden Feuerwehrangehörigen und DRK-Mitgliedern ein zentraler Punkt und die Ausführungen von Herrn Lang zeigten auf, wie Polizeiarbeit bei solchen Einsätzen „tickt“. Das Verstehen und die Nachvollziehbarkeit des Vorgehens der jeweiligen anderen Organisationen, die sich an solchen Ereignissen beteiligen, sind von unschätzbarem Wert. Es gelang Herrn Lang mit seiner unnachahmlichen Art und den vielen eingestreuten Beispielen aus seinem fast 40-jährigen Polizeidienst immer wieder, die Zuhörer zu den Detailinformationen zu führen, die von Belang sind. So zeigte Herr Lang auf, wie personell schwierig in einer „kleinen“ Polizeidirektion ein Großschadensereignis werden kann. Und welch unterschiedliche Aufgaben sich der Polizei während eines solchen Einsatzes stellen. Auch die Problematik der heute in viel stärkerem Maße vorhandenen Schaulustigen sprach Lang an; hier führen Handys, Facebook, YouTube u.a. zu einer viel schnelleren Kommunikation als dies früher möglich war. Er zeigte auf, wie es bei Ereignissen an Schulen zu einem Andrang von Eltern führen kann, der unter Umständen Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte nicht mehr vor Ort kommen lässt. Lang spannte den Bogen von Busunfällen über Flugzeugabstürzen zu Vorfällen an Schulen und Industriebetrieben und zeigte so jedem Anwesenden auf, wie sich solche Lagen für den Einzelnen darstellen können und diese Einsätze seitens der Polizei angegangen werden.

Ganz besonders ging der Referent auf die Rolle der Ortspolizeibehörde ein, die bei einem größeren Schadensereignis ganz vorne in der Verantwortung steht. Er empfahl dringend, mögliche Szenarien am "grünen Tisch" oder auch in einer Vollübung durchzuspielen, um für den Eintritt eines Schadens, für den Fall des Falles gewappnet zu sein.

Das für Institutionen und Firmen, die einer besonderen Gefährdung unterliegen, in Waldenbuch Übungen durchgeführt wurden, bei denen auch die Polizei beteiligt war und Pläne vorliegen, stieß bei Lang auf Anerkennung. Für die anwesenden Feuerwehrleute war ein Fazit, dass bei den hauptamtlichen Einsatzkräften oft dieselben Probleme zutage treten, wie bei den ehrenamtlichen auch (Chaosphase am Beginn eines Einsatzes, „Helfersyndrom“, ggf. persönlich Überforderung durch Einsatzgeschehen).

Die 1 ½ Stunden hatten sich wirklich gelohnt! Leider lässt sich an dieser Stelle nicht alles im Detail wiedergeben. Herrn PD Lang danken wir nochmals für die Einblicke, auch in die politische Seite der Polizeiarbeit, die wir an diesem Abend bekommen haben!



   Referent PD Gerhard Lang
Referent PD Gerhard Lang

 
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